Artikel über die Marienkapelle Levenhagen

Kirche will Maria vor die Tür setzen
BILD, Ausgabe Mecklenburg-Vorpommern,
23. Dezember 2004

Im Wunderdorf bei Greifswald
Ostsee-Zeitung, Ausgabe Ostvorpommern,
20. November 2004

Das Geheimnis der Wunderkapelle von Levenhagen
BILD, Ausgabe Mecklenburg-Vorpommern,
19. August 2004

Wallfahrtskapelle soll geöffnet werden
Ostsee-Zeitung, Ausgabe Ostvorpommern,
31. Mai 2001

 

"Kirche will Maria vor die Tür setzen"
BILD, Ausgabe Mecklenburg-Vorpommern, 23. Dezember 2004


"Maria" ist unerwünscht - ausgerechnet zu Heiligabend!
Es geht um die kleine Backsteinkapelle "Santa Maria" von Levenhagen. Sie wurde einst errichtet, so die Überlieferung, als hier im 14. Jahrhundert einem traurigen Bauern die Jungfrau Maria erschienen war. Seitdem war die Kapelle Pilgerort, Lahme sollen hier, dank der Heilkraft der Mutter Gottes, ihre Krücken zurück gelassen haben. Nach dem Krieg geriet sie in Vergessenheit, die Wunder-Kapelle verfiel. Erst jetzt, 60 Jahre später, fand sich ein Freundeskreis, der das Gebäude sanierte. Initiator war Diplom-Restaurator Burkhard Kunkel. Er erstellte das Konzept, warb Spenden ein. Und gestaltete schließ den Innenraum. Dazu gehört auch eine wunderschöne Marienstatue.
Und genau die ist der Pommerschen Evangelischen Kirche ein Dorn im Auge. Kunkel wurde jetzt von Kirchenbaurat Jan Simonsen schriftlich aufgefordert, die Figur wieder zu entfernen. Er hätte sie eigenmächtig aufgestellt, ohne die Kirchengemeinde zu fragen, die Eigentümerin der Kapelle sei. Zudem werfe seine "individuell geprägte Religiosität viele Fragen auf". Soll im Klartext wohl heißen: Maria, die von den Katholiken angebetet wird, hat in der evangelischen Kirche nichts zu suchen. Seit der Reformation und Luthers thesen wird Maria von den Protestanten zwar verehrt, aber nicht mehr über den Gottvater und Jesus gestellt.
Kunkel: "Ich habe keineswegs eigenmächtig gehandelt. Alle Stellen waren informiert. Ich denke, es geht einzig um die Figur. Wir werden sie jedenfalls nicht entfernen! Zu Weihnachten sollten wir gerade Maria dankbar sein, dass sie das Chriskind geboren hat!"
Quelle: BILD, Ausgabe Mecklenburg Vorpommern, 23. Dezember 2004

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"Im Wunderdorf bei Greifswald"
Ostsee-Zeitung, Ausgabe Ostvorpommern, 20. November 2004

Im Wunderdorf bei Greifswald
Levenhagen vor den Toren Greifswalds. Der Ort zeigt sich im besten Licht. An der kleinen Kapelle in Sichtweite zur Dorfkirche, die blinden Menschen einst Heilung versprechender Wallfahrtsort war, steht das Auto des Stralsunder Restaurators Wolf Thormeier. Er und seine Mitarbeiterin Julia Bindemann arbeiten im Innern des quadratischen Backsteinbaus, der 1430 für ein wundertätiges Marienbild errichtet wurde. "Wir schlemmen die Wandflächen mit Kalk , nachdem wir die alte Zementschicht abgeklopft haben."
Die Sanierung der Wunderstätte ermöglichten verschiedene Spendensammlungen auf kirchlichen Veranstaltungen. "Ein Hochzeitspaar stellte sogar seine Geldgeschenke dafür zur Verfügung", erzählt Thormeier, während er kurz von seinem Arbeitsplatz aufblickt.
Ostsee-Zeitung, Ausgabe Ostvorpommern, 20. November 2004

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"Das Geheimnis der Wunder-Kapelle von Levenhagen"
BILD, Ausgabe Mecklenburg-Vorpommern, 19. August 2004

"Das Geheimnis der Wunder-Kapelle von Levenhagen"
Schlummert hinter der morschen Holztür noch immer die Heilkraft der Mutter Gottes? Die kleine Backsteinkapelle Santa Maria in Levenhagen. Sie ist einer der geheimnisvollsten Orte des Landes. Eine Pilgerstätte, an der einst Kranke auf wundersame Weise Heilung erfahren haben sollen. Rund 50 Jahre war sie vergessen. Jetzt wird sie endlich wiederentdeckt!
Eine Gruppe von Restauratoren und Privatleuten will den Wallfahrtsort sanieren. Sprecherin Rita Krüger "Die Kapelle ist in Norddeutschland einzigartig, sie muss erhalten werden." Doch nicht nur wegen ihrer markanten Architektur...
Kirchenexperte Dr. Norbert Buske, ehemaliger Pfarrer in Levenhagen, erklärt`s: "Alten Schriften nach ist hier im 14. Jahrhundert einem traurigen Bauern die Jungfrau Maria erschienen, hat ihn getröstet. Dort wurde später die Kapelle gebaut."
Beginn eines sagenumwobenen Wallfahrtsortes. Tausende Kranke und Blinde kamen nach Levenhagen: Sie beteten, spendeten Geld. Hofften, so wieder gesund zu werden. Sogar eine blinde Gräfin aus Paris soll sich auf den Weg gemacht haben.
Auch als die Heiligenverehrung nach der Reformation (16.Jh.)verboten war, blieb die Kapelle ein Pilgerort.
Experte Buske: "Noch im 19. Jahrhundert sollen hier Krüchen gehangen haben. Lahme sollen sie dort hingehangen haben, als sie wieder laufen konnten..."
Nach dem zweiten Weltkrieg begann der Verfall. Fenster wurden zugemauert, Türme und Mauern fingen an zu bröckeln. Erst der kleine private Förderkreis entriss die Wunder-Kapelle dem Vergessen. Es kommen bereits wieder Pilger!
Aufbauhelferin Rita Krüger: "Sie entzünden vor Marienbildern Kerzen, befestigen Spruchtafeln. Kein Wunder! Es gibt so viele Leute, die Kraft brauchen. Wenn ihnen niemand hilft, dann ja vielleicht die Jungfrau Maria..."
Ostsee-Zeitung, Ausgabe Ostvorpommern, 20. November 2004

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"Wallfahrtskapelle soll geöffnet werden"
Ostsee-Zeitung, Ausgabe Ostvorpommern, 31. Mai 2001

Die wohl im 15. Jahrhundert errichtete Wallfahrtskapelle in Levenhagen an der Ortsdurchfahrt sucht in unserem LAndstrich ihresgleichen. Ihre Entstehung wird mit verschiedenen Geschichten in Verbindung gebracht. So soll die Gottesmutter Maria einem Geistlichen, der die Hostie verloren hatte, diese an dieser Stelle wieder übergeben haben. Nach einer anderen Version tröstete Maria einen Kommunikanten, der nicht mit der rechten Reue zum Abendmahl gegangen war. Auch von einer Sühnekapelle für einen Mord in Alt Ungnade ist die Rede. Sicher ist, dass Levenhagen seit der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts ein Wallfahrtsort der Marienverehrung war. Noch nach der Reformation fanden bis 1633 Wallfahrten statt. Nach dem ersten Weltkrieg, d.h. 1922, erfolgten Umgestaltungen für eine Gefallenengedenkstätte. Seit langem ist die Kapelle geschlossen. Jetzt trägt sich die Kirchengemeinde mit dem Gedanken, das Kirchlein zu öffnen. Vorüberfahrende hätten die Möglichkeit der Einkehr oder einfach nur eines Blicks in das Backsteinbauwerk.

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